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Grußwort zum Jahreswechsel 2015 / 2016

Liebe Quickbornerinnen, liebe Quickborner,

in unserem Grußwort zum Jahreswechsel versuchen wir natürlich, sowohl in der Rückschau als auch in der Vorschau auf das kommende Jahr vor allem die positiven Ereignisse hervorzuheben. Angesichts der Terroranschläge vom 13. November in Paris müssen wir aber zunächst auf diese leidvollen Erfahrungen eingehen.

130 Menschen wurden bei den islamistisch motivierten Attentaten, zu denen sich der sogenannte Islamische Staat bekannt hat, getötet. 352 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer. 7 Attentäter kamen in unmittelbarem Zusammenhang mit ihren Taten ums Leben. Frankreich hat daraufhin als erstes Land in der Geschichte der Europäischen Union den Beistand der anderen EU-Staaten eingefordert, den diese einstimmig zugesagt haben. Nach Jahrzehnten des Friedens wird in Europa das Wort vom Krieg benutzt. Die Terroristen haben es auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie auf Demokratie und Rechtstaatlichkeit abgesehen und damit auf alle Werte, die hier zu Recht verteidigt werden.

Die universelle Bedeutung dieser Werte und ihre Absicherung in nahezu allen Verfassungen der Staaten in Europa ist es aber auch, die so viele Flüchtlinge zu uns führt. Diese Menschen suchen, was wir nach einer sehr langen Entwicklung erreicht haben, nämlich Frieden. Und Frieden ist die unabdingbare Voraussetzung für das Erreichen der o.g. Werte. Derzeit leben in Quickborn rd. 250 Flüchtlinge. Aktuell kommen ca. 10 Personen pro Woche hinzu. Bis Ende Januar 2016 rechnen wir aber mit voraussichtlich 390 Flüchtlingen, die in Quickborn zu betreuen sind, weitere werden im Jahr 2016 hinzukommen. Trotzdem sind wir aufgrund des enormen Engagements von Ehrenamt, Politik, Vereinen und Verbänden sowie der Verwaltung immer noch zuversichtlich, jeweils eine ordentliche und dezentrale Unterbringung gewährleisten zu können. Alle Beteiligten, die daran mitarbeiten, haben unseren uneingeschränkten Respekt. Außerdem können wir stolz darauf sein, dass die große Mehrheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger gegen jede Art von Fremdenfeindlichkeit und Gewalt ist. Weihnachten ist dafür ja auch unser Sinnbild schlechthin.

Mit Blick auf das zurückliegende Jahr möchten wir aber auch an einige andere Ereignisse erinnern. So waren z.B. die Sperrung der Autobahnbrücke Ulzburger Landstraße und die wiederkehrenden Meldungen des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr zur Verzögerung der notwendigen Sanierung der Brücke ebenso wie der Streik der Erzieherinnen in den Kitas für viele unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger weit mehr als nur eine Geduldsprobe. Erfreulich dagegen die Jubiläen: 25 Jahre Städtepartnerschaft mit Malchow und 50 Jahre Kita Zauberbaum. Die Diskussionen um den Fortbestand der Johanniter-Privatschule und die damit verbundenen Nöte der unmittelbar betroffenen Familien haben zu erheblichem Beratungsbedarf in den städtischen Gremien beigetragen. Aus dem von der Ratsversammlung eingeleiteten Stadtmarketingprozess sind ein Kultur-, ein Kunst- und demnächst voraussichtlich auch ein Stadtmarketingverein hervorgegangen. Der Quickborn-Gutschein ist erfolgreich gestartet und die Galerie in den Räumen der ehemaligen Volksbank-Filiale am Dorotheenplatz findet sehr viel Zuspruch. Lobenswerte Beispiele für bürgerschaftliches Engagement.

Die Planungen für die Sanierung des Schulzentrum Süd sind in 2015 wesentlich vorangekommen. Die Potenzialanalyse zur Feststellung von Entwicklungsmöglichkeiten in der Innenstadt wurde fertiggestellt und erörtert. Das regionale Gewerbeflächenkonzept A7 Süd konnte vorgestellt werden. Und - für manch einen schon gar nicht mehr denkbar - die Ruine in der Torfstrasse wurde tatsächlich abgerissen. Auf dem inzwischen komplett geräumten Grundstück werden 2016 unter Hinzunahme des Grundstückes der ehemaligen Stadtbücherei zwei Gebäude mit insgesamt 30 Wohnungen realisiert. Darüber hinaus wird der Wohnungsneubau im Bereich „Gertrudenhof“ in den Jahren 2016 / 2017 weitere 92 Wohneinheiten ergeben. Nach vielen Jahren wird in Quickborn wieder der Soziale Wohnungsbau aktiviert und so dafür gesorgt, dass bezahlbarer Wohnraum entsteht. Das alles ist eine außerordentlich erfreuliche Entwicklung für Quickborn und wir sind sehr zuversichtlich, dass schon bald über die Schließung von Baulücken in der Bahnhofstraße zu berichten sein wird. So wie auch das Eckgrundstück Kieler Straße / Marktstraße in 2016 endlich bebaut wird. Dort entsteht ein
Wohn- und Geschäftshaus.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Weihnachten und der Jahreswechsel stehen in diesem Jahr ganz im Zeichen des Mitgefühls, das wir denjenigen entgegenbringen sollten, die keine Heimat mehr haben. Auch wenn die vielen, damit im Zusammenhang stehenden politischen Fragen in Deutschland und in Europa noch nicht abschließend beantwortet wurden, sind wir aufgerufen, Feindseligkeiten eine Absage zu erteilen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien und allen Menschen, die vielleicht nur auf Zeit hinzugekommen sind, ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und alles Gute für das nächste Jahr.


Ihr Bürgervorsteher
Henning Meyn

Ihr Bürgermeister
Thomas Köppl