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Untersuchung der Untergrundstruktur in Quickborn

Quickborn liegt auf einer Salzstruktur, die sich von hier in Richtung Süden bis nach Hamburg hinein erstreckt. Das Dach der Salzstruktur liegt teilweise nur 40 bis 70 m unter unseren Füßen. Der Dachbereich kann sowohl aus Anhydrit, Gips als auch aus Tonen bestehen. Ist im Dachbereich Gips enthalten, kann es in seltenen Fällen zu kleinräumigen Bodensenkungen (sog. Erdfälle) führen, wie es z.B. im Juni 2010 im Bereich der Marienhöhe geschehen ist.

Da bisher nur wenige Daten zur Struktur des Untergrundes vorliegen, werden zur Klärung der Untergrundverhältnisse im Bereich des Salzstockdaches vom Geologischen Dienst im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein (LLUR-SH) in Zusammenarbeit mit der Stadt Quickborn seismische Messungen im Zeitraum 19. - 28. Oktober durchgeführt. Zum Untersuchungsgebiet gehören die Bahnhofstraße, die Pinneberger Straße, die Süderstraße, ein kurzer Abschnitt der Kieler Straße und ein Teil der Marienhöhe. Anschließend werden zur verbesserten Interpretation der Messergebnisse im November 3 Bohrungen niedergebracht, wobei die Bohrstandorte erst nach Abschluss der seismischen Messungen festgelegt werden.

Bei den seismischen Messungen wird von einer seismischen Quelle ein schwacher und von Menschen nicht spürbarer Druckimpuls erzeugt, der sich im Untergrund ausbreitet und von Schichtgrenzen reflektiert wird. Die Laufzeit des reflektierten seismischen Impulses wird an der Erdoberfläche mit Erschütterungsaufnehmern (Geophonen) aufgezeichet. Das Ergebnis der seismischen Messungen ist ein Abbild der Untergrundstruktur, bei dem die Schichtgrenzen (z.B. zwischen dem Dach des Salzstockes und den darüber liegenden Schichten) im Untergrund deutlich werden.

Zur Erzeugung des seismischen Impulses wird ein Minivibrator eingesetzt, der auf eine Schubkarre montiert ist. Die Messungen erfolgen, wenn möglich, auf den Bürgersteigen, so dass keine Verkehrsbehinderungen stattfinden. Profile in der Nähe der Kieler Straße werden nachts vermessen, weil dann die Messungen am wenigsten durch Bodenerschütterungen durch den Straßenverkehr gestört werden. Einzelne Straßen (Marienhöhe, Wiesengrund und Einfahrt Süderstraße in die Kieler Straße) müssen für die Nachtmessungen gesperrt werden, die Zufahrt zu den Häusern bleibt aber gewährleistet.

Der Zeitplan der Messungen und der erforderlichen Verkehrsbeschränkungen ist der Karte Seismische Untersuchungen zu entnehmen.

  
PM 179/2015
Quickborn, 15.10.2015
Ansprechpartner für diese Bürgerinformation:
Stadt Quickborn, Fachbereich Stadtentwicklung, Frau Lattmann, Tel.: 04106/ 611-260
Geologischer Dienst des Landesamtes, Herr Dr. Liebsch- Dörschner, Tel.:04347/ 704-559