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Zur Geschichte des Posthofes in Quickborn

Die Geschichtswerkstatt der Quickborner Volkshochschule ist immer daran interessiert, die Geschichte Quickborns mit alten Originalen zu dokumentieren. Herrn Rudolf Timm ist es gelungen, einen Originalbrief mit Siegel zu ersteigern, der 1845 von Theodor Frauen, dem Eigentümer des ehemaligen Quickborner Posthofes, geschrieben wurde.

Originalbrief mit Siegel von Theodor Frauen aus dem Jahre 18452 ¾ Meilen (1 dänische/preußische Meile = 7,532,48m, also ca. 20,7 km) nach der Abfahrt von Altona mussten die Pferde gewechselt werden, deshalb wurde am 1. Juni 1832 in Quickborn an der Chaussee Altona-Kiel (Kieler Straße 31-41) ein Posthof eröffnet. Darin gab es Ställe, in denen 40-50 Pferde eingestellt und versorgt werden konnten. 15 beheizbare Zimmer sowie 14 nicht beheizbare Kammern lassen vermuten, dass Reisende dort auch übernachten konnten.

Am 1. Juli 1833 weihte der dänische König Frederik VI. den Posthof offiziell ein, Posthalter und Eigentümer war Theodor Frauen. Die Einfahrt befand sich gegenüber dem heutigen Grundstück Kieler Straße 48, die Ausfahrt an der Süderstraße. Dort erinnern heute noch zwei Poller aus Granit an eine nicht unbedeutende Zeitspanne der Quickborner Ortsgeschichte.

1849 wurde die Postexpedition beendet und der Posthof 1850 geschlossen. Die Konkurrenz durch die neue Ostseebahn, die ab 1844 von Altona über Pinneberg nach Kiel verlief, war zu groß. Theodor Frauen musste Konkurs anmelden, auch deshalb, weil er sich durch den Zukauf von 6 Höfen überschuldet hatte. 1873 wurden die ersten Teile des Posthofes abgebrochen, 1904 fielen auch Haus und Ställe wegen Baufälligkeit der Spitzhacke zum Opfer.

 
PM 078/2019
Quickborn, 10.04.2019