Die Stadt Quickborn erwirbt das Foto-Archiv von Herbert Lau


Eine einzigartige Sammlung besonderer Bilder der Zeitgeschichte werden der Stadt Quickborn übereignet und können jetzt von ihr und z.B. der Geschichtswerkstatt der VHS vielfältig genutzt werden.

Der Journalist Herbert Lau ist in Quickborn geboren und aufgewachsen. Er hat das Quickborn-Foto-Archiv erarbeitet bzw. aufgebaut – die Fotos sind überwiegend von ihm selbst gemacht. Nach seinem Ausscheiden beim Hamburger Abendblatt im Jahre 1998 hat er alles geordnet und katalogisiert.

Herbert Lau hat das Archiv vor Jahren übertragen an seinen Sohn, Herrn Peter Lau. Die ursprüngliche Intension war, dass das Archiv im Familieneigentum verbleibt. Herr Peter Lau sollte daher das Archiv pflegen und später wiederum an seinen Sohn übertragen. Nach intensiven Gesprächen innerhalb der Familie ist man aber zu dem Schluss gekommen, dass das Archiv in den Händen der Stadt Quickborn schon jetzt sinnvoll genutzt und für die Zukunft verwahrt werden kann. Bürgermeister Thomas Köppl: „Ein Kaufangebot konnten wir in Ermangelung entsprechender Mittel nicht machen“.

Die Stadt Quickborn hat früher selber Fotos bei Herrn Herbert Lau in Auftrag gegeben und von ihm erworben. Bei den bislang schon im Besitz der Stadt Quickborn befindlichen Bildern verfügt die Stadt in aller Regel aber nur über die Rechte am einzelnen Abzug. Weitergehende Vervielfältigungs- und Verwertungsrechte hat die Stadt nicht.

Mit der Übergabe des Archivs an die Stadt Quickborn verpflichtet diese sich, bei Nutzung der Objekte in Medien jeder Art die Kennzeichnung vorzunehmen: „Stadtarchiv Quickborn/Foto Herbert Lau“.

Vor zwei Jahren hat Herr Herbert Lau sein Fotoarchiv „Norderstedt“ an die Stadt Norderstedt verkauft. Auch dieses Archiv beinhaltete Fotos aus dem Bereich Norderstedt für viele Jahre. Genau wie das Archiv Quickborn, waren die Negative in diversen Aktenordnern sortiert und beschriftet. Das Norderstedter Archiv umfasste rund 3000 Originalnegative und diverse Reproduktionen. Die Stadt Norderstedt konnte das Archiv mit finanzieller Unterstützung der Fielmann-Stiftung erwerben. Köppl: „Da waren wir zugegebener Maßen etwas neidisch“.

Das Quickborner Archiv ist wesentlicher umfangreicher und reicht viel weiter zurück, als das Norderstedter Archiv. Es umfasst 10 Aktenordner über rund 100 Jahre fotografierte Zeitgeschichte von Quickborn, mit Negativen und entsprechenden Inhaltsverzeichnissen. In jedem Ordner sind rund 1.300 Negative. Bei den Negativen handelt es sich nicht um sog. Massenware, sondern um werthaltige Wirtschaftsgüter von historischer Bedeutung. Es sind unwiederbringliche Fotos von Straßen, Gebäuden, Prominenten, Bürgermeistern, Politikern etc. . Hinzu kommen Reproduktionen, Fotobücher, gesammelte und reproduzierte Postkarten usw. bis in die Zeit um das Jahr 2015. Es wurden Negativhüllen verwendet, die extra angefertigt wurden und keine chemischen Auswirkungen auf die Negative haben sollen.

Es sind besondere stadtgeschichtliche Ereignisse dabei, wie z.B. die Feierlichkeiten zur 600-Jahrfeier mit der Eröffnung des Holsten-Stadions oder die Schau der Sternsiedlung mit der Eröffnung durch den damaligen Sternchef Henry Nannen. Aber auch die Inbetriebnahme des Freibades, die Grundsteinlegung und tlw. die Eröffnung der Gymnasien und der spektakuläre Fackellauf des TuS-Leichtathleten Manfred Bense mit der Olympiaflamme durch Quickborn in Richtung Kiel-Schilksee. Hinzu kommen noch diverse Baumaßnahmen, wie zum Beispiel der Bau der Goetheschule oder des Rathauses - von der Grundsteinlegung über das Richtfest bis zur Einweihung mit Innenminister Dr. Uwe Barschel. Das Umfeld des AKN-Bahnhofes mit ZOB, Geschäften und des Güterverkehrs sind ebenso dabei, wie der Abriss und die Umgestaltung des Bahnhofkomplexes in das heutige Forum.

Es finden sich Bilder über Rettungseinsätze von DRK und Feuerwehr, Fotos von Mord und Selbsttötung. Die Quickborner Winter mit Schneeverwehungen und gesperrten Straßen und immer wieder Löscheinsätze der Freiwilligen Feuerwehr im Himmelmoor mit Hilfe eines Schienenlöschfahrzeuges. Auch Arbeitseinsätze im Moor sind ebenso fotografisch dokumentiert wie die Porträts der Himmelmoor-Betriebsleiter August und Hunhold Nütz sowie des Pächters vom Himmelmoor, Hermann Hornung aus Einfeld.

Einen großen Raum nehmen die Porträts der örtlichen Architekten, Politiker, Bürgermeister, Bürgervorsteher und z.B. des Magistrats ein. Aber auch die Auftritte der Schauspieler Gert Fröbe und Heinz Reinke sind im Bild festgehalten, wie Veranstaltungen zur Stadtgründung, Städtepartnerschaften u.v.a. mehr.

Bürgermeister Thomas Köppl ist sichtlich stolz, aber auch dankbar: „Es hat immer mal wieder Gespräche mit der Familie Lau über das Archiv gegeben. In dem Zusammenhang danke ich auch noch einmal unserem ehemaligen Ersten Stadtrat Klaus-H. Hensel und Frau Irene Lühdorff von der Geschichtswerkstatt der VHS dafür, dass auch sie an dem Thema drangeblieben sind. Die Stadt Quickborn bedankt sich aber ganz nachdrücklich bei der Familie Lau für den Entschluss, das Archiv der Stadt zu überlassen“.
 

Pressemitteiung vom 30.09.2021


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