Stadt Quickborn intensiviert Bemühungen um zusätzlichen Autobahnanschluss und Ertüchtigung der Anschlussstelle Quickborn

Die Stadt Quickborn arbeitet seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Thomas Beckmann im November 2022 intensiv an nachhaltigen Lösungen zur Entschärfung der erheblichen verkehrlichen Überlastungen rund um die Autobahnanschlussstelle Quickborn. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der bestehenden Anschlussstelle deutlich zu verbessern und perspektivisch einen zusätzlichen Autobahnanschluss zwischen Schnelsen Nord und Quickborn zu realisieren.

Vor diesem Hintergrund fand am 20. Januar 2026 im Quickborner Rathaus ein konstruktives und fachlich fundiertes Gespräch statt. Teilgenommen haben der CDU-Bundestagsabgeordnete Daniel Kölbl, hochrangige Vertreter der Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Nord, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Quickborn, Mirko Beckmann, Bürgermeister Thomas Beckmann sowie Mitarbeitende der Quickborner Stadtverwaltung. Im Mittelpunkt standen mögliche verkehrliche Entlastungsmaßnahmen, der Stand der bisherigen Gutachten sowie die langfristigen Perspektiven für die Region.

Bürgermeister Thomas Beckmann betont: „Dass die Verkehrssituation rund um die Autobahnanschlussstelle Quickborn seit vielen Jahren unbefriedigend bis frustrierend ist, erleben alle täglich, die hier unterwegs sind. Die Staus reichen aus Richtung Ellerau regelmäßig bis zur Bahnstraße, aus Richtung Norderstedt bis tief ins Stadtgebiet hinein. Wer aus dem Quickborner Zentrum kommt, steht entweder in der Friedrichsgaber Straße oder muss die Autobahn im schlimmsten Fall gleich zweimal queren – über das Nadelöhr Ulzburger Landstraße und anschließend in der Friedrichsgaber Straße. Das ist für Pendlerinnen und Pendler, Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Wirtschaft eine enorme Belastung.“

Ausgelöst durch die inzwischen gerichtlich gestoppte Ansiedlung des Massenlogistikzentrums Hillwood in Ellerau wurde eine vertiefte wissenschaftliche Untersuchung der Verkehrssituation in Auftrag gegeben. Hillwood hätte nach damaligen Planungen rund 1.700 zusätzliche LKW-Fahrten pro Tag über die Friedrichsgaber Straße zur Autobahn geführt. Die unabhängigen Verkehrsgutachten kommen jedoch zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Anschlussstelle Quickborn weist die Qualitätsstufe F auf – die schlechteste aller Qualitätsstufen. Sie steht für maximale Überlastung und einen Zustand, in dem zusätzliche Verkehre nicht mehr aufgenommen werden können.

„Die Situation ist nicht nur gefühlt schlecht, sie ist wissenschaftlich belegt hochkritisch“, so Beckmann weiter. „Es droht ein Verkehrskollaps, der die Infrastruktur und die wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Region lahmlegen könnte – von Quickborn über Norderstedt und Henstedt-Ulzburg bis hin nach Pinneberg.“

Die Stadt Quickborn arbeitet parallel an kurzfristig wirksamen Maßnahmen. Mit dem für Herbst 2026 vorgesehenen Baubeginn einer alternativen Trasse zwischen Quickborns Zentrum und Quickborn-Heide wird aktiv an einer Entlastung der innerstädtischen Verkehrsströme gearbeitet. Darüber hinaus werden fortlaufend Verkehrsgutachten, Analysen und weitere Optionen geprüft.

Langfristige Perspektive: Weiterer Autobahnanschluss als regionale Lösung

Im Gespräch am 20. Januar wurden verschiedene Lösungsansätze erörtert, darunter auch die von der Stadt Quickborn bis Ende 2028 avisierte Trasse V9 über den Ohlmöhlenweg und „Auf dem Halenberg“. Die Autobahn GmbH bestätigte die grundsätzliche Machbarkeit dieser Trasse; das fachliche Feedback fiel durchweg positiv aus. Durch diesen Austausch von Fachinformationen wird die Zusammenarbeit hinsichtlich einer Optimierung der Anschlussstelle Quickborn intensiviert.

Differenzierter stellt sich die Frage eines zusätzlichen Autobahnanschlusses dar. Dieser ist grundsätzlich möglich und war vom Bundesverkehrsministerium bereits vor vielen Jahren planerisch vorgesehen. Voraussetzung ist jedoch das Mitwirken der anliegenden Kommunen, des Landes Schleswig-Holstein und des Bundes sowie weitere vertiefende Verkehrsuntersuchungen. Derzeit scheitert dieses Vorhaben vor allem an der fehlenden grundsätzlichen Zustimmung der Stadt Norderstedt, die einen zusätzlichen Anschluss bislang ablehnt. Die Stadt Quickborn führt hierzu weiterhin verwaltungsseitige Gespräche mit der Nachbargemeinde, zuletzt im Spätsommer 2025.

Ein zusätzlicher Anschluss – realistisch im Bereich Garstedter Weg / Friedrich-Ebert-Straße zwischen Hasloh und Norderstedt – würde die Verkehrsströme in der gesamten Region neu ordnen. Insbesondere Verkehre aus dem Süden Norderstedts, aus Garstedt, würden nicht mehr über Quickborn geführt. Auch für weitere Teile Norderstedts, für Hasloh, Bönningstedt, Quickborns Süden und die Verbindungen Richtung Pinneberg ergäben sich deutliche Entlastungseffekte.

Die Stadt Quickborn dankt dem Bundestagsabgeordneten Daniel Kölbl ausdrücklich für sein Engagement. Kölbl hatte das Gespräch mit der Autobahn GmbH ermöglicht, hat sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und weitere Unterstützung zugesagt.

„Uns ist bewusst, dass die Planung und Realisierung einer neuen Autobahnanschlussstelle Zeithorizonte von bis zu 30 Jahren hat“, so Bürgermeister Beckmann. „Natürlich investiert man hier in ein Projekt, dessen Fertigstellung man selbst möglicherweise nicht mehr erlebt. Aber es geht um die Zukunft einer ganzen Region. Unsere Städte und Gemeinden wachsen rasant – demografisch wie wirtschaftlich. Wenn wir jetzt nicht handeln, riskieren wir diese Zukunft.“

Die Stadt Quickborn richtet daher einen klaren Appell an alle Beteiligten: Bund, Land, Nachbarkommunen und Fachbehörden sind aufgerufen, sich den Bestrebungen Quickborns anzuschließen und gemeinsam an tragfähigen, langfristigen Lösungen zu arbeiten.

„Quickborn und Norderstedt sind nicht nur Nachbarn, sondern Partner“, betont Beckmann. „Wir arbeiten in vielen Bereichen konstruktiv zusammen. Auch bei diesem zentralen Infrastrukturthema sollten wir den Weg gemeinsam gehen – partnerschaftlich, sachlich und im Interesse einer starken Region.“

Die Stadt Quickborn wird ihre Anstrengungen fortsetzen, weitere Gespräche führen und alle fachlich sinnvollen Optionen weiterverfolgen – mit dem klaren Ziel, die Verkehrssituation nachhaltig zu verbessern und die Entwicklung der gesamten Region langfristig zu sichern.

Quickborn, 23.01.2026