Stadt Quickborn erneuert Forderung nach Ampelanlage (BÜSTRA) an der AKN-Haltestelle Tanneneck

Seit Jahren setzt sich die Stadt Quickborn für die Errichtung einer Ampelanlage an der Kreuzung Bahnstraße und Buchenweg ein. Die Geschichte der Familie Brembach macht deutlich, worum es der Stadt Quickborn bei ihrer erneuten Forderung nach einer Bahnübergangs- und Straßensicherungsanlage (BÜSTRA) am AKN-Bahnhof Tanneneck geht: um konkrete Verkehrssicherheit und um gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben.

Am 10. Februar 2026 fand im Quickborner Rathaus ein Gesprächstermin zur Verkehrssituation am Bahnhof Tanneneck statt. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Stadt nahmen auch Jürgen Brembach Senior (98), Quickborner Bürger aus dem Fasanenweg in unmittelbarer Nähe der AKN-Haltestelle Tanneneck, sowie sein Sohn Jürgen Brembach (65) teil. Beide schilderten eindrücklich, wie die fehlende Ampelanlage ihren Alltag einschränkt.

Der 98-jährige Witwer lebt allein und ist trotz seines Alters noch aktiv. Gerne würde er die AKN oder die Bushaltestelle am Bahnhof Tanneneck nutzen, um zum Einkaufen oder zu Veranstaltungen nach Quickborn zu fahren. Doch ohne gesicherte Querung traut er sich nicht mehr über die Bahnstraße. „Ohne eine Ampel ist das für mich nicht mehr machbar“, machte Brembach Senior deutlich. Die fehlende BÜSTRA schneidet ihn faktisch von der Daseinsvorsorge ab.

Auch sein Sohn kennt die Situation aus eigener Erfahrung. „Ich bin jetzt 65 und traue mir das auch fast gar nicht mehr zu. Es ist immer eine Angstpartie. Man muss ja nicht nur eine Straße überqueren, man muss immer auch gucken, ob da nicht einer aus dem Buchenweg angeschossen kommt“, erklärte Jürgen Brembach Junior. „Für meinen Vater und viele seiner Nachbarn ist die Situation aussichtslos.“

Stadt Quickborn fordert Errichtung einer BÜSTRA seit Jahren

Bereits im März 2025 unternahm die Stadt einen erneuten Vorstoß, um die Umsetzung voranzubringen – bislang ohne Ergebnis. Dabei ist die Gefahrenlage fachlich eindeutig belegt. Der Kreis Segeberg hatte bereits 2018 selbst eine „qualifizierte Gefahrenlage“ festgestellt und den Bereich als Unfallgefahrenpunkt eingestuft. Planung und Finanzierung der Anlage wurden daraufhin vorbereitet, die Kostenübernahme war nach Eisenbahnkreuzungsgesetz durch die AKN und das Land Schleswig-Holstein gesichert.

Quickborns Bürgermeister Thomas Beckmann kritisiert die anhaltende Verzögerung scharf: „Es wiederholt sich im Grunde genommen die Schleife, die wir seit inzwischen fast einem Jahr durchlaufen. Die fachliche Bewertung ist eindeutig, die Finanzierung steht – und dennoch kommen wir nicht voran.“

Besonders betroffen sind neben Seniorinnen und Senioren auch Kinder und Jugendliche. Die AKN-Haltestelle Tanneneck wird täglich von Schulkindern aus Quickborn-Heide genutzt. Eine sichere Querungsmöglichkeit fehlt. Quickborns Pressesprecher Helge Tiemann erklärt: „Wir haben uns die Situation vor Ort an vier Tagen angesehen und in Form von Videoaufnahmen dokumentiert. Dabei ist es immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen – vor allem, wenn Schulkinder involviert waren, die schnell noch die AKN erreichen wollten.“

Auch Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat sich bereits persönlich ein Bild gemacht. Nach einem Vor-Ort-Termin im Dezember 2023 sagte er: „Man hält schon den Atem an, wenn man die vielen Kinder vom AKN-Bahnhof Tanneneck die Bahnstraße überqueren sieht. Es braucht dringend eine Lösung.“

Eine Chronologie der Untätigkeit

Die BÜSTRA ist vollständig durchgeplant, der Bau könnte sofort beginnen. Die Gesamtkosten in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro würden derzeit vollständig vom Land Schleswig-Holstein und der AKN getragen – für Quickborn und Ellerau entstünden keine Kosten. Diese Zusage gilt jedoch nur bis zur Fertigstellung der Elektrifizierung der Strecke. Danach müssten spätere Umbauten von den Kommunen selbst finanziert werden.

Die Gemeinde Ellerau hatte der Maßnahme 2020 bereits zugestimmt, diese Zustimmung jedoch zurückgezogen, nachdem der Firma Hillwood ihre inzwischen gerichtlich als nicht vollziehbar eingestufte Baugenehmigung für das Gewerbegebiet in der Werner-von-Siemens-Straße erteilt wurde. Seither stockt das Verfahren. Verwiesen wird auf veraltete Verkehrszahlen und mögliche Wartezeiten, was jedoch im Widerspruch zu den vorliegenden Fachgutachten steht. In der öffentlichen Diskussion wird immer wieder auch ein Zusammenhang mit Nachteilen für mögliche Massenverkehrsströme aus dem Bereich Buchenweg und Werner-von-Siemens-Straße thematisiert. Für die Stadt Quickborn sind jedoch die nachgewiesene Verkehrssicherheitslage und wissenschaftliche Studien maßgeblich.

Aus diesem Grund appelliert Bürgermeister Beckmann eindringlich: „Jeder weitere Aufschub erhöht das Unfallrisiko. Es geht um die Sicherheit von Schulkindern, Seniorinnen und Senioren sowie aller Fußgängerinnen und Fußgänger. Die Ampelanlage am Bahnhof Tanneneck ist alternativlos.“

Die Stadt Quickborn fordert die Gemeinde Ellerau und den Kreis Segeberg daher erneut auf, ihrer Verantwortung zur Gefahrenabwehr gerecht zu werden und den Weg für den Bau der BÜSTRA unverzüglich freizumachen.

Quickborn, 13.02.2026


Quickborns Bürgermeister Thomas Beckmann gratuliert Jürgen Brembach Senior (Mitte) im Beisein von Jürgen Brembach Junior (rechts) zu seinem 98. Geburtstag
Quickborns Bürgermeister Thomas Beckmann gratuliert Jürgen Brembach Senior (Mitte) im Beisein von Jürgen Brembach Junior (rechts) zu seinem 98. Geburtstag
Seit Jahren fordert die Stadt Quickborn eine Ampelanlage an der Kreuzung Bahnstraße und Buchenweg an der AKN-Haltestelle Tanneneck
Seit Jahren fordert die Stadt Quickborn eine Ampelanlage an der Kreuzung Bahnstraße und Buchenweg an der AKN-Haltestelle Tanneneck