Die Stadt Quickborn und die Gemeinde Ascheberg setzen ihre Verwaltungsgemeinschaft langfristig fort. Nachdem die Stadt Quickborn den bisherigen Verwaltungsvertrag im Juni 2025 aufgrund nicht kostendeckender Verwaltungskosten vorsorglich mit einer Frist von zweieinhalb Jahren zum 31. Dezember 2027 gekündigt hatte, unterzeichneten Quickborns Bürgermeister Thomas Beckmann und Aschebergs Bürgermeister Thomas Menzel am 18. Mai 2026 einen neuen Vertrag, der die Zusammenarbeit dauerhaft sichert. Hintergrund der Kündigung war, dass die bislang von Ascheberg gezahlten Verwaltungskosten den Aufwand der Stadt Quickborn bei weitem nicht deckten.
Ab dem 1. Juli 2026 werden die Verwaltungskosten entsprechend des tatsächlichen Aufwandes angepasst. Im Gegenzug wird die personelle Präsenz im Bürgerbüro Ascheberg von zwei auf künftig drei Stellen erweitert, um Urlaubs- und Krankheitsausfälle besser kompensieren zu können. Ausschlaggebend für die Vertragsverlängerung war nach Angaben aus Ascheberg vor allem die Erkenntnis, dass keine andere Verwaltung die Leistungen günstiger oder qualitativ besser anbieten konnte.
„Wir haben mit der Stadt Quickborn immer sehr gut zusammengearbeitet und sind mit der Qualität der Verwaltungsarbeit außerordentlich zufrieden“, erklärt Bürgermeister Thomas Menzel. „Natürlich hat uns die Erhöhung der Verwaltungskosten zunächst erst einmal sauer aufgestoßen. Deshalb haben wir das Angebot sehr kritisch geprüft und intensive Gespräche mit anderen Verwaltungen und Ämtern geführt. Das Ergebnis war eindeutig: Niemand konnte dieselbe Leistung günstiger anbieten.“
Auch externe Verwaltungen hätten die Berechnungen der Stadt Quickborn nachvollzogen und seien zu denselben Ergebnissen gekommen. „Mehrere andere Verwaltungen haben uns bestätigt, dass die Kalkulation plausibel und nachvollziehbar ist“, so Menzel weiter. „Wenn man gleichzeitig mit der Qualität der Zusammenarbeit zufrieden ist, gibt es am Ende keinen vernünftigen Grund für einen Sprung ins Ungewisse.“
Besonders wichtig sei für Ascheberg zudem die Verlässlichkeit der bestehenden Strukturen gewesen. „Ein erneuter Verwaltungswechsel würde uns vermutlich erneut rund zwei Jahre Einarbeitung kosten – allein schon wegen der technischen und organisatorischen Umstellung. Diese Erfahrung haben wir bereits gemacht. Deshalb war für uns klar: Wenn Qualität, Wirtschaftlichkeit und Zusammenarbeit stimmen, sollte man Bewährtes fortführen.“
Mit Blick auf die Verhandlungen zog Menzel zudem einen ungewöhnlich persönlichen Vergleich. Die Gespräche und Verhandlungen, die er augenzwinkernd mit einer Paartherapie vergleicht, seien zeitweise durchaus intensiv gewesen, am Ende habe man jedoch festgestellt, dass eine Trennung und die Suche nach neuen Partnern keine sinnvolle Lösung darstellen würden. Stattdessen habe sich gezeigt, dass die bestehende Zusammenarbeit trotz zwischenzeitlicher Differenzen weiterhin die beste Grundlage für beide Seiten biete.
Dabei betonten sowohl Thomas Menzel als auch Quickborns Bürgermeister Thomas Beckmann ausdrücklich, dass die Gespräche hinter den Kulissen zwischen Quickborn und Ascheberg stets sachlich geführt worden seien. „Wir hatten den Vorteil, dass wir uns während des gesamten Prozesses vollständig auf objektive Kriterien konzentrieren konnten“, erklärt Menzel, „also auf Qualität, Leistungsfähigkeit und Kosten. Themen wie Nachbarschaftsstreitigkeiten, alte politische Konflikte oder persönliche Befindlichkeiten spielten bei uns keine Rolle. Dadurch konnten wir die Situation sehr nüchtern bewerten. Und am Ende war klar: Quickborn ist für Ascheberg die beste Option.“
Quickborns Bürgermeister Thomas Beckmann begrüßte die Fortsetzung der Zusammenarbeit ausdrücklich und bezeichnete Verwaltungsgemeinschaften weiterhin als zukunftsweisendes Modell kommunaler Zusammenarbeit. „Ich bin ein großer Freund der Idee hinter Verwaltungsgemeinschaften“, erklärt Beckmann. „Verwaltung wird überall immer komplexer und teurer. Gerade kleinere Kommunen und Ämter stoßen zunehmend an personelle und fachliche Grenzen. Größere Verwaltungseinheiten schaffen Synergieeffekte, ermöglichen Spezialisierung und sichern Fachwissen, das einzelne Gemeinden allein oft gar nicht mehr wirtschaftlich vorhalten könnten.“
Zugleich lobte Beckmann die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Menzel und der Ascheberger Kommunalpolitik ausdrücklich. „Die Gespräche waren jederzeit sachlich, fair und lösungsorientiert. Genau so stellt man sich professionelle interkommunale Zusammenarbeit vor. Deshalb freuen wir uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit Ascheberg.“

Die zusätzliche dritte Stelle im Bürgerbüro Ascheberg ist aus Sicht beider Kommunen ein wichtiger Bestandteil des neuen Vertrages. „Das Bürgerbüro in Ascheberg wird sehr gut angenommen und ist stark frequentiert“, erklärt Menzel. „Und Ausfälle durch Krankheit oder Urlaub kommen vor. Deshalb war uns wichtig, die personelle Situation nachhaltig zu verbessern und den Service für die Bürgerinnen und Bürger dauerhaft stabil aufzustellen.“
Auch der 2. stellvertretende Bürgermeister der Stadt Quickborn, Jürgen Scharley, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlungen. „Ich danke der Gemeinde Ascheberg ausdrücklich für das entgegengebrachte Vertrauen“, erklärt Scharley. „Gleichzeitig danke ich Bürgermeister Thomas Beckmann und der Stadtverwaltung dafür, dass die Verwaltungskosten für die Verwaltungsgemeinschaft Ascheberg nun wieder ins Lot gebracht worden sind. Damit ist sichergestellt, dass die Leistungen künftig kostendeckend und fair finanziert werden.“
Dabei hat die Stadt Quickborn für alle Partnergemeinden dieselben Berechnungsgrundlagen und dieselbe Personalkostentabelle des Landes angewendet. Dadurch steigen die Verwaltungskosten für Ascheberg prozentual deutlich stärker an als bei den anderen Verwaltungsgemeinschaften.
„Die gleichen fairen Maßstäbe, die wir für Ascheberg angelegt haben, gelten selbstverständlich auch für Bönningstedt, Ellerau und Hasloh“, betonte Beckmann in diesem Zusammenhang. „Günstiger wird Verwaltung nur auf Kosten von Qualität oder Leistungen möglich sein. Davon wären am Ende immer die Bürgerinnen und Bürger betroffen.“
Die Stadt Quickborn hoffe deshalb, auch mit den übrigen Partnerkommunen zu langfristigen Lösungen zu gelangen. „Wir möchten die Zusammenarbeit mit allen Verwaltungsgemeinden gerne fortsetzen und suchen aktiv das Gespräch“, so Beckmann weiter. „Unser Ziel ist eine partnerschaftliche und langfristig stabile Zusammenarbeit.“
Mit der nun vereinbarten Vertragsverlängerung zwischen Quickborn und Ascheberg sehen beide Kommunen die Grundlage hierfür geschaffen. „Die vergangenen Monate waren intensiv“, resümiert Bürgermeister Menzel. „Aber am Ende hat sich gezeigt: Gute Zusammenarbeit, Qualität und Verlässlichkeit sind am Ende wichtiger als kurzfristige Diskussionen. Deshalb freuen wir uns, den gemeinsamen Weg mit Quickborn fortzusetzen.“
Die Stadt Quickborn dankt allen an dem Prozess beteiligten Mitarbeitenden der Stadtverwaltung für ihre hervorragende Arbeit.
Quickborn, 22.05.2026
