Von außen erinnern die alten Gewächshäuser noch an die frühere Gärtnerei. Drinnen fahren längst Lkw über Straßen und Brücken, Bagger arbeiten im Tagebau und Rennwagen jagen über Asphalt und Offroad-Strecken. Alles täuschend echt – nur eben einige Nummern kleiner. Seit 25 Jahren ist das RC-Glashaus in Quickborn ein Treffpunkt für Modellbau-Begeisterte und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Zum Jubiläumswochenende kamen mehr als 1000 Gäste aus ganz Deutschland und dem benachbarten Dänemark nach Quickborn.
Bürgermeister Thomas Beckmann besuchte den gemeinnützigen Verein am Sonntag und griff dabei auch selbst zur Fernsteuerung. Für ihn ist das RC-Glashaus ein echter „Hidden Champion“ der Stadt: überregional bekannt und erfolgreich, in Quickborn selbst aber längst nicht jedem ein Begriff.
Begonnen hat die Geschichte mit Michael und Helge Wendscher und weiteren Modellbauern im heimischen Garten. Als dort der Platz knapp wurde, zog die Gemeinschaft in die ehemalige Gärtnerei an der Ulzburger Landstraße. Über die Jahre entstand dort eine Modellbauwelt auf mehr als 2500 Quadratmetern. Seit 2013 ist das RC-Glashaus ein eingetragener und gemeinnütziger Verein. Heute zählt es nach eigenen Angaben zu den größten Modellbauhallen Europas.
Und der Name verrät bereits, worum sich hier alles dreht: RC steht für „Remote Controlled“ – also ferngesteuert. Dabei reicht die kleine Fahrzeugwelt vom Siku-Trecker über Mini-Z-Flitzer und Onroad-Rennwagen bis zu Trucks, Baggern und Geländewagen. Gefahren wird je nach Modell im Maßstab von 1:87 bis 1:8. Anfänger können auf einer eigenen Übungsstrecke ihre ersten Runden drehen, während erfahrene Fahrer auf Onroad-, Offroad- oder Spezialstrecken ihr Können zeigen. Mehr als 80 Plätze im Fahrerlager stehen außerdem zum Schrauben und Tüfteln bereit.
Besonders eindrucksvoll ist der mit viel Liebe zum Detail gestaltete Lkw-Bereich. Hier rollen Trucks durch eine Miniaturwelt mit Straßen, Baustellen und Brücken, während Bagger und andere Baufahrzeuge tatsächlich arbeiten. Selbst die Hamburger Köhlbrandbrücke findet sich im Kleinformat wieder.
Hinter all dem steckt jede Menge ehrenamtliche Arbeit. Der 18 Mitglieder starke Verein hält die Strecken instand, baut weiter, organisiert Rennen und Veranstaltungen und gibt sein Wissen an Einsteiger weiter. Bürgermeister Beckmann nutzte seinen Besuch deshalb auch, um sich mit dem Vereinsvorsitzenden Robert Simon über die Arbeit, Herausforderungen und mögliche Unterstützung auszutauschen.
Wer diese kleine große Welt selbst einmal entdecken möchte, kann zu den regulären Öffnungszeiten einfach vorbeischauen. Zuschauer und Begleitpersonen zahlen keinen Eintritt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Geöffnet ist das RC-Glashaus in der Ulzburger Landstraße 26 in Quickborn immer freitags von 18 bis 22 Uhr und samstags von 16 bis 20 Uhr. Wer von weiter her kommt, kann den Long-Distance-Day nutzen: Jeden zweiten Samstag im Monat ist das Glashaus von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Zuschauen ist kostenfrei. Wer selbst fahren möchte, zahlt regulär 10 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder und Jugendliche. Auch Leihfahrzeuge stehen zur Verfügung.

Selbst ausprobiert: Bürgermeister Thomas Beckmann greift beim Besuch des RC-Glashaus selbst zur Fernsteuerung. André Kolleß (links), Mitglied des RC-Glashaus, und der Vereinsvorsitzende schauen ihm bei seinen ersten Fahrversuchen über die Schulter.

Täuschend echt bis ins Detail: Auf dem liebevoll gestalteten Lkw-Parcours des RC-Glashaus sind die großen Vorbilder im Kleinformat unterwegs.

Grund zum Feiern beim Jubiläumswochenende: Der Vorsitzende des RC-Glashaus (von links), Bürgermeister Thomas Beckmann und Moderator Marco Heinrich gemeinsam mit fünf erfolgreichen Rennteilnehmern und Vereinsmitglied André Kolleß (6. von links) bei der Siegerehrung.
Pressemitteilung vom 07.09.2026