Wo 1.000 Steine Quickborner Geschichten erzählen

Ein Name, ein Datum, vielleicht eine Hochzeit, eine Geburt oder die Erinnerung an einen geliebten Menschen: Rund 1.000 „Lebende Steine“ erzählen inzwischen auf dem Kirchplatz der katholischen Kirche St. Marien ganz persönliche Geschichten. Allein am Sonntag kamen bei der vorerst letzten Verlegung noch einmal rund 40 gravierte Ziegel hinzu. Viele Familien hatten die Gelegenheit genutzt, einen persönlichen Erinnerungsstein an diesem besonderen Ort zu hinterlassen.

Die Idee brachten Rosemarie und Wolfgang Wiese einst aus Kalifornien mit. Seitdem kümmerten sie sich mit viel Herzblut darum, dass aus persönlichen Erinnerungen bleibende Zeichen mitten im Gemeindeleben wurden. In einem speziellen Verfahren wurden Namen, Daten und Widmungen in die roten Steine eingearbeitet und anschließend auf dem Kirchplatz verlegt. Dort erinnern sie an Menschen und besondere Lebensmomente. Auch Quickborn selbst ist vertreten: Zum 700-jährigen Stadtjubiläum erhielt die Stadt einen eigenen „Lebenden Stein“.

Beim diesjährigen Stiftungsfest standen deshalb nicht nur die letzten neuen Steine im Mittelpunkt, sondern vor allem zwei Menschen, ohne die diese besondere Tradition kaum denkbar wäre. Rosemarie und Wolfgang Wiese wurden für ihr langjähriges Engagement geehrt. Bürgervorsteherin Annabell Krämer und Bürgermeister Thomas Beckmann dankten dem Ehepaar und überreichten Blumen. Vom Stiftungsrat erhielten die Wieses zudem ein Bild der Gedenktafel, die künftig am Kirchengebäude ihren Platz finden und die Geschichte der „Lebenden Steine“ auch für kommende Generationen sichtbar halten soll.

Beckmann würdigte besonders die Leidenschaft und Ausdauer, mit der das Ehepaar seine Idee über all die Jahre getragen hat. „Eine solche Idee zu haben, ist das eine. Sie aber über eine so lange Zeit mit so viel Herzblut und Akribie umzusetzen, ist etwas ganz Besonderes“, sagte der Bürgermeister. Bis zuletzt planten die Wieses genau, welcher Stein an welcher Stelle seinen Platz erhält. Denn hinter jedem einzelnen steckt eine Geschichte und auch nach Jahren lässt sich nachvollziehen, wo er zu finden ist: Ein Plan dokumentiert die Lage der Steine und hängt in der Kirche aus.

Dass nun vorerst Schluss ist, hat zwei Gründe. Die Herstellung der speziell gravierten Ziegel wird eingestellt, zugleich möchten Rosemarie und Wolfgang Wiese die Aufgabe aus Altersgründen abgeben. Damit endet vorerst eine Aktion, die sie über viele Jahre mit großem persönlichem Einsatz geprägt haben.

Was bleibt, ist ein außergewöhnlicher Ort der Erinnerung: rund 1.000 Steine für ebenso viele Geschichten, die mitten im Leben ihren festen Platz gefunden haben.


PM 277 B1 Wo 1000 Steine Quickborner Geschichten erzählen

Marion Flack (von links), Bürgervorsteherin Annabell Krämer, Rosemarie und Wolfgang Wiese, Bürgermeister Thomas Beckmann sowie Uli Brünner und Jürgen Kuper vom Stiftungsrat freuen sich über die gelungene letzte Verlegung der „Lebenden Steine“. Wolfgang Wiese hält die künftige Gedenktafel in den Händen, die am Kirchengebäude ihren Platz finden und dauerhaft an die besondere Tradition erinnern soll.

PM 277 B3 Wo 1000 Steine Quickborner Geschichten erzählen

Bürgervorsteherin Annabell Krämer (von links), Jürgen Kuper, Vorsitzender des Stiftungsrates und Bürgermeister Thomas Beckmann beim Stiftungsfest von St. Marien.


PM 277 B5 Wo 1000 Steine Quickborner Geschichten erzählen

Auch Quickborn selbst hat seinen Platz unter den „Lebenden Steinen“: Dieser Stein erinnert an das 700-jährige Stadtjubiläum im Jahr 2023.

PM 277 B6 Wo 1000 Steine Quickborner Geschichten erzählen

Auch im Inneren von St. Marien sind die „Lebenden Steine“ präsent: Auf einer eigens angefertigten Holzplatte werden einige Exemplare gezeigt und machen die besondere Form des Erinnerns anschaulich.


  
Pressemitteilung vom 15.09.2026