Neuer Löschwasserbrunnen: 41 Meter in die Tiefe für mehr Sicherheit im Himmelmoor

Ein mächtiger Bohrer arbeitet sich Meter für Meter in den Boden. Wasser und gelöstes Erdreich werden nach oben gespült, daneben liegen bereits die Rohre bereit, die später tief unter der Erde verschwinden werden. Insgesamt rund 41 Meter geht es hinab: Auf dem Betriebshof der Torfbahn am Himmelmoor lässt die Stadt Quickborn derzeit einen neuen Löschwasserbrunnen bauen.

Wie wichtig eine verlässliche Löschwasserversorgung an diesem besonderen Standort sein kann, zeigte sich erst Anfang September ganz konkret. Auf dem Betriebshof war ein Kettenbagger in Brand geraten. Rund 40 Einsatzkräfte waren mehrere Stunden beschäftigt. 

Anders als in weiten Teilen des bebauten Stadtgebietes steht am abgelegenen Betriebshof bislang keine reguläre Löschwasserversorgung zur Verfügung. Das betrifft auch die umliegenden Wohngebäude. „Deswegen bauen wir auf dem eigenen Grundstück einen Löschwasserbrunnen“, erklärt Helge Maurer, Fachbereichsleiter Liegenschaften der Stadt Quickborn. Im Ernstfall soll die Feuerwehr damit direkt vor Ort auf Löschwasser zugreifen können.

Bis es so weit ist, steckt einiges an Technik unter der Erde. Die Fachfirma Mengel bohrt mit einem Durchmesser von rund 40 Zentimetern. Während der Arbeiten wird Wasser durch das Bohrgestänge nach unten gedrückt und befördert das gelöste Erdreich wieder an die Oberfläche. Später werden in der Bohrung unter anderem spezielle Filterrohre eingesetzt. Ihre feinen Schlitze sind auf die unterschiedlichen Sand- und Bodenschichten abgestimmt. Filterkies und eine Tonsperre sorgen dafür, dass die einzelnen wasserführenden Bereiche fachgerecht voneinander getrennt werden.

Begleitet wird das Projekt aus dem Fachbereich Liegenschaften unter anderem von Projektleiterin Birgit Gärtner und Marco Geiger.

Der Standort am Himmelmoor stellt den Brandschutz ohnehin vor besondere Herausforderungen. Große Teile des rund 600 Hektar großen Moorgebietes sind mit normalen Feuerwehrfahrzeugen nicht erreichbar. Deshalb arbeiten die Freiwillige Feuerwehr Quickborn und der Verein Torfbahn Himmelmoor mit einem besonderen Einsatzkonzept. Auf den historischen Gleisen kann ein eigener Feuerwehrzug mit Löschlore, Pumpen- und Schlauchmaterial ins Moor gebracht werden. Eine speziell geschulte Einsatzgruppe der Feuerwehr kennt sowohl die Technik als auch das weitläufige Gelände.

Der neue Brunnen ergänzt diese Vorsorge nun unmittelbar am Betriebshof. Perspektivisch soll das geförderte Wasser nach entsprechenden Untersuchungen zudem für die Wasserversorgung am Standort genutzt werden. Bislang gibt es dort auch keinen Trinkwasseranschluss. Dafür sind nach Fertigstellung des Brunnens zunächst die erforderlichen Wasserproben und weiteren Prüfungen vorgesehen, bevor dann ein zweiter Brunnen für die Trinkwassernutzung gebohrt wird. Der jetzt erstellte dient ausschließlich der Löschwasserversorgung. Er unterscheidet sich vom zweiten durch die große Menge an Wasser, die er fördern muss, und dass er keine besondere Filtertechnik benötigt, wie der Trinkwasserbrunnen.

Damit entsteht tief unter dem Betriebshof eine Infrastruktur, von der oberirdisch später kaum etwas zu sehen sein wird – die im Ernstfall aber einen entscheidenden Unterschied machen kann.

Die nächsten Löschmöglichkeiten waren bislang an der Tierarztpraxis, beim Reitbauernhof Schulze und an der Bildungs- und Förderstätte Himmelmoor, ansonsten ist das Gebiet bislang nicht erschlossen.


PM 285 Neuer Löschwasserbrunnen

Bildinformation: Luca (von links), Auszubildender im ersten Lehrjahr, und Geräteführer Jan Pausen von der ausführenden Firma Mengel sowie Helge Maurer, Fachbereichsleiter Liegenschaften, Projektleiterin Birgit Gärtner und Marco Geiger begleiten die Arbeiten am neuen Löschwasserbrunnen. Zwischen ihnen arbeitet sich der Bohrer rund 41 Meter in die Tiefe

  
Pressemitteilung vom 16.09.2026