Mehr als neue Wohnungen: So soll das Parkquartier Quickborn bereichern

Das Thema „Parkquartier Marktstraße“ ist in die nächste Phase gegangen. Rund 60 Gäste kamen am Mittwoch, 30. September, zur Bürgerinformationsveranstaltung in die Mensa der Comenius-Schule, um sich über das Projekt auszutauschen sowie Fragen und Bedenken zu äußern. Die Büros E&P Stadtplanung und CSMM führten hauptsächlich durch den Abend, moderiert wurde er von Alina Schanz, Mitarbeiterin des Büros.

Auf der rund 2,4 Hektar großen Fläche zwischen der Marktstraße und Pinneberger Straße soll ein neues Quartier entstehen, das dringend benötigten Wohnraum schafft und gleichzeitig neue Angebote für Begegnung und Gemeinschaft bietet. Bürgermeister Thomas Beckmann erklärte: „Mit dem Parkquartier möchte die Stadt Quickborn einen neuen lebendigen Teil Quickborns schaffen, der Wohnen, Begegnung, Grün und Gemeinschaft miteinander verbindet.“

Vorgesehen sind rund 138 Wohneinheiten sowie ergänzende Mikro-Apartments. Sie sollen unter anderem in modularer Holzbauweise mit verschiedenen Giebeldächern gebaut werden, die sich in das Ortsbild einfügen. Geplant sind unterschiedliche Wohnformen – darunter geförderter, familien- und altersgerechter sowie barrierefreier Wohnraum, Reihenhäuser, Maisonettewohnungen und Mikro-Apartments für Kurz- und Langzeitmiete. So soll ein Quartier für Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen entstehen und gleichzeitig die soziale Durchmischung gefördert werden.

Im Zentrum des Quartiers ist ein Platz der Begegnung vorgesehen. Verschiedene Spielflächen und Aufenthaltsbereiche sollen dort zum Verweilen einladen. Vielleicht könnte es dort sogar ein Café oder einen Bäcker geben.


PM 325 B1 So soll das Parkquartier Quickborn bereichern

Ein Schwerpunkt der Diskussionen bei der Bürgerinformationsveranstaltung war die alte Scheune, die erhalten bleiben und zu einem Multifunktionsgebäude umgestaltet werden soll. Vorgesehen sind dort zum Beispiel Gastronomie, Veranstaltungsräume, Co-Working-Angebote sowie Räume für gemeinschaftliche Aktivitäten.

Doch wegen dieser Planung äußerten einige Bürgerinnen und Bürger Bedenken. Denn viele befürchteten, dass die Scheune als Partylocation für 500 Gäste ausgebaut wird. Die Planer betonten allerdings, dass es dort vorrangig kleinere Feiern geben wird. „Die Scheune wird keine Großraumdisco, sondern eine Multifunktionshalle, in der Vereinsfeiern oder ein 50. Geburtstag gefeiert werden kann“, erklärte Reiner Nowak vom Büro CSMM. Bürgermeister Thomas Beckmann ergänzte: „Aktuell fehlt Quickborn ein solcher Raum, in dem Bürger und Bürgerinnen ihre private Feier veranstalten können. Mit der Scheune können wir ihn schaffen.“


Sorge bereitete einigen Bürgern und Bürgerinnen auch das Prinzip der Schwammstadt, das im Quartier entstehen soll. Einige Gäste fürchteten, dass es dadurch bei Starkregen zu Überschwemmungen kommen kann. Die Planer erklärten allerdings, dass genau das Gegenteil erreicht werden soll.

Ziel ist es, das Gelände durch viele Grünflächen, Mulden und verschiedene Ebenen so zu bauen, dass das Regenwasser dort hinfließt, wo es versickern kann. Insgesamt sollen nach derzeitigen Planungen 30 Prozent des Gebiets bebaut, 70 Prozent Freiraum werden. Durch diese Freiflächen kann der Boden das Wasser aufnehmen und speichern – ähnlich wie ein Schwamm. So kann die Kanalisation bei Starkregen entlastet und Keller sowie Tiefgaragen vor Regenmassen geschützt werden. Außerdem werden die Grundwasservorräte aufgefüllt.

Auch für das Mikroklima bietet dieses Prinzip Vorteile: An heißen Tagen kann gespeichertes Wasser verdunsten und zur Kühlung beitragen. Die Grünflächen sollen zudem die Schadstoffe aus der Luft filtern, Staub binden und so für eine gute Luft- und Lebensqualität sorgen.

Doch nicht nur die Grünflächen sorgen für eine ressourcenschonende und klimaverträgliche Quartiersentwicklung. Ziel der aktuellen Planungen ist, dass das Quartier im Betrieb klimaneutral werden soll. Vorgesehen sind unter anderem Photovoltaikanlagen auf den Dächern, Fernwärme und Regenwasserspeicherung. Das Wasser soll beispielsweise für Toilettenspülungen und die Bewässerung der Grünanlagen genutzt werden. Warmwasser und die Fußbodenheizung werden durch Fernwärme beheizt.

Das Quartier soll weitgehend autofrei gestaltet werden. Tiefgaragen und ein Mobility Hub sind für den ruhenden Verkehr vorgesehen. Die Einfahrt zu den Tiefgaragen, soll so hoch sein, dass Regenwasser nicht hineinfließen kann. E-Ladesäulen und Carsharing sollen klimafreundliche Mobilität unterstützen. Die verkehrliche Anbindung erfolgt hauptsächlich über die Marktstraße sowie über die Gärtnerstraße im Einmündungsbereich zur Marktstraße.

Die Planer notierten sich alle Fragen und Sorgen und wollen diese nun in ihre Arbeit einbinden. „Sie sind die Experten, die sich vor Ort auskennen. Wir kommen von außerhalb und sind auf Ihre Expertise angewiesen“, erklärte Reiner Nowak gegenüber den Gästen. 2029 oder 2030 soll das Projekt voraussichtlich fertig gebaut sein.


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Ein Platz in der Mitte des Quartiers soll sich als Treffpunkt etablieren können, an dem Quickborner und Quickbornerinnen gerne verweilen (Quelle: Stadt Quickborn)

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Die Dächer sollen in verschiedenen Giebelformen gebaut werden, die sich gut für Photovoltaikanlagen eignen (Quelle: Stadt Quickborn)


  
Pressemitteilung vom 02.10.2026