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Drohender Verkehrskollaps und massive Belastungen - Quickborn lehnt Hillwood-Ansiedlungsprojekt in Ellerau entschieden ab


Auf dem ehemaligen Devalit-Gelände am AKN-Bahnhof Tanneneck im Industriegebiet der Gemeinde Ellerau soll bis Ende 2025 ein zehn Hektar großes Logistikzentrum der US-Firma Hillwood entstehen. Es drohen bis zu 1.600 LKW-Fahrten pro Tag - und ein Verkehrskollaps von der Bahnstraße bis hin zur Autobahnauffahrt. Anwohnerinnen und Anwohner sowohl aus Quickborn als auch aus der Gemeinde Ellerau befürchten massive Staus, Lärmbelästigungen und Sicherheitsrisiken für Schulkinder und Radfahrende. Die Stadt Quickborn rechnet zudem mit zusätzlichen Kosten in Millionenhöhe für die Instandhaltung der von der Gemeinde Ellerau für den Lastkraftverkehr vorgesehenen Straßen, die für eine derartige Belastung nicht ausgelegt sind.

„Wir werden mit aller Macht versuchen, dieses Projekt zu verhindern“, erklärt Quickborns Bürgermeister Thomas Beckmann. „Wir haben bereits Widerspruch gegen die erteilte Baugenehmigung eingelegt und werden den Klageweg beschreiten, wenn die zuständige Kreisverwaltung in Segeberg nicht endlich zur Vernunft kommt. Das Mandat, die nachbarschaftlichen Interessen der Stadt Quickborn gegen diese Baugenehmigung zu vertreten, wurde mir bereits durch den Hauptausschuss erteilt.“

Aktuell ist geplant, dass der Hillwood-Verkehr durch Wohngebiete und über die Bahnstraße zur Autobahn abfließt, über Straßen, die hierfür nicht vorgesehen sind und die geplante Mehrbelastung sowohl aus verkehrlicher als auch aus baulicher Sicht nicht annähernd verkraften können.

Bürgermeister Beckmann weiter: „Trotzdem wurden wir am Baugenehmigungsverfahren nicht beteiligt, zu keinem Zeitpunkt. Wir können nicht zulassen, dass Anwohnerinnen und Anwohner auf dem Weg zu ihren Grundstücken täglich im Stau stehen und durch den Verkehr, den Lärm und die Feinstaubbelastung gefährdet werden. Dieses Projekt geht ausschließlich auf Kosten der Ellerauer und Quickborner Bürgerinnen und Bürger.“


Bürgerinfo 286 Bild 1 Drohender Verkehrskollaps
Bürgerinfo 286 Bild 2 Drohender Verkehrskollaps

Quickborner Fraktionen wollen Projekt verhindern

Auch die Fraktionen der Quickborner Ratsversammlung lehnen das Großprojekt ab und gehen geschlossen dagegen vor, um Anwohnerinnen und Anwohner in Ellerau und Quickborn vor den Auswirkungen einer Hillwood-Ansiedlung zu schützen.

„Wir sind sehr verärgert und werden mit sämtlichen uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, die geplante Ansiedlung zu verhindern“, erklärt die CDU-Fraktionsvorsitzende Annegret Tegen. „Wir sagen Nein zu diesem Projekt und stehen auf der Seite der Anwohnerinnen und Anwohner. Die Belastung der Quickborner und Ellerauer Bürgerinnen und Bürger mit Straßenlärm und Feinstaub ist inakzeptabel.“

FDP-Fraktionsvorsitzender Jürgen Scharley: „Wir positionieren uns von Anfang an klar gegen das Ellerauer Mega-Projekt, welches ein Verkehrschaos und Einbußen in Sachen Verkehrssicherheit – insbesondere auf den Schulwegen im Bereich Bahnübergang Ellerau – zur Folge hat. Für die Stadt Quickborn, die mit ihrer Infrastruktur für das Projekt herhalten muss, ergeben sich keinerlei ökonomische Vorteile.“

Dirk Rust, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD: „Auch wir sind gegen dieses Vorhaben in dieser Form und unterstützen den Widerspruch gegen die Baugenehmigung auf ganzer Linie. Wir fragen uns natürlich, wie eine solche Baugenehmigung überhaupt zustande kommen konnte – ohne Beteiligung der Stadt Quickborn und ohne ein vernünftiges Verkehrsgutachten. Wenn Ellerau dieses Projekt will, müssen sie jetzt Alternativen vorlegen, wie der Verkehr über ihr eigenes Gemeindegebiet abfließen kann.“

Dirk Salewsky, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen: „Die Auswirkungen einer Hillwood-Ansiedlung auf Menschen und Natur sind nicht hinnehmbar. Die Strecke ist Schulweg und die Fahrbahn wird von Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt. Anwohnerinnen und Anwohner in Ellerau und Quickborn würden in erheblichem Ausmaß durch Lärm und Feinstaubemissionen belastet. Wir sind besorgt und fragen uns, ob Bürgermeister Martens in dieser Angelegenheit noch im Interesse seiner Bürgerinnen und Bürger handelt.“

Quickborns Bürgervorsteherin und Landtagsabgeordnete Annabell Krämer hat bereits drei „Kleine Anfragen“ an die Landesregierung gestellt, die dazu geführt haben, dass sich jetzt das Landesverkehrsministerium eingeschaltet hat. Krämer: „Wenn die Ansiedlung kommt, gibt es nur Verlierer, sowohl auf Quickborner als auch auf Ellerauer Seite. Selten waren sich Bürgerinnen, Bürger und Politik so einig wie in dieser Angelegenheit. Die Quickborner Ratsversammlung steht zusammen, um die Interessen der Quickborner und Ellerauer Bürgerinnen und Bürger zu schützen.“

 
Pressemitteilung vom 18.10.2023


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