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Erster Pop-up-Bauspielplatz Schleswig-Holsteins startet in Quickborn


In den diesjährigen Sommerferien entsteht in Quickborn ein Projekt, das in Schleswig-Holstein seinesgleichen sucht: Auf dem Gelände der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde an der Ellerauer Straße öffnet vom 6. Juli bis zum 14. August 2026 der erste temporäre pädagogische Pop-up-Bauspielplatz des Landes seine Tore. Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 14 Jahren können dort montags bis freitags jeweils von 10 bis 15 Uhr kostenlos bauen, hämmern, sägen, gestalten und ihrer Fantasie freien Lauf lassen – ohne Anmeldung, ohne Leistungsdruck und bewusst auch einmal ohne Smartphone.

Organisiert wird der „Bauspielplatz zwanzig6“ gemeinsam von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Quickborn und dem Kinderhilfswerk Quickborn e. V. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, Handwerksbetrieben aus Quickborn und der Region sowie vielen privaten Spenderinnen und Spendern, die Material, Werkzeuge und Zeit zur Verfügung stellen. Über viele Monate hinweg wurde das außergewöhnliche Ferienangebot vorbereitet. Entstanden ist ein Projekt, das weit über einen klassischen Ferienprogrammpunkt hinausgeht und Kindern wertvolle Erfahrungen für ihre persönliche Entwicklung ermöglichen soll.

„Mit dem Pop-up-Bauspielplatz entsteht in Quickborn ein außergewöhnliches Projekt, das Kreativität, Eigenverantwortung und Gemeinschaft auf beeindruckende Weise miteinander verbindet“, erklärt Bürgermeister Thomas Beckmann. „Kinder erhalten hier die Möglichkeit, eigene Ideen zu entwickeln, handwerklich tätig zu werden und gemeinsam mit anderen etwas Bleibendes zu schaffen. Gerade in einer Zeit, in der digitale Medien einen immer größeren Teil des Alltags einnehmen, ist ein solches Angebot von unschätzbarem Wert. Mein Dank gilt allen, die dieses Leuchtturmprojekt mit großem ehrenamtlichem Engagement möglich machen.“

Freiraum für Kreativität, Gemeinschaft und Selbstvertrauen

Anders als bei klassischen Ferienangeboten gibt es auf dem Bauspielplatz kein festes Programm und keine vorgegebenen Bastelanleitungen. Die Kinder entscheiden selbst, was sie bauen möchten, welche Materialien sie verwenden und mit wem sie gemeinsam arbeiten. Erfahrene Betreuerinnen und Betreuer stehen unterstützend zur Seite, greifen jedoch nur dann ein, wenn Hilfe benötigt wird oder es um die Sicherheit geht. Im Mittelpunkt stehen die eigenen Ideen der Kinder und der gemeinsame Weg bis zur Umsetzung.

Philipp Wirtz, Diakon der Kirchengemeinde und verantwortlich für die Durchführung, sagt dazu: „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Selbstbestimmtheit, kreativen Freiheit und ihren eigenen Ideen zu motivieren und durch den Prozess des Schaffens, die eigenen Stärken zu entdecken. Dabei steht der Entstehungsprozess im Vordergrund und nicht das Ergebnis.“

Die pädagogische Konzeption stützt sich auf vier zentrale Säulen: die Förderung von Selbstwirksamkeit, das Erlernen sozialer Kompetenzen, den verantwortungsvollen Umgang mit kalkulierbaren Risiken sowie das freie, selbstbestimmte Spiel. Kinder erleben, dass sie eigene Herausforderungen meistern, gemeinsam Lösungen entwickeln und Verantwortung übernehmen können. Gerade beim gemeinsamen Bau einer Hütte oder eines anderen Projektes entstehen Teamgeist, Kreativität und wichtige soziale Erfahrungen ganz selbstverständlich.

Darüber hinaus möchte das Projekt auch Begeisterung für handwerkliche Tätigkeiten wecken. Wer mit Holz arbeitet, Werkzeuge ausprobiert und eigene Ideen verwirklicht, entdeckt oftmals Talente, die im Alltag verborgen bleiben. Der Bauspielplatz versteht sich deshalb auch als Beitrag dazu, jungen Menschen praktische Erfahrungen zu ermöglichen und das Handwerk als kreativen und vielseitigen Berufs- und Lebensbereich erlebbar zu machen.

Leuchtturmprojekt mit starker Unterstützung aus Quickborn

Dass ein solches Projekt in Schleswig-Holstein bislang einzigartig ist, unterstreicht seinen besonderen Charakter. Während es in Deutschland vereinzelt dauerhafte Bauspielplätze gibt, ist ein sechswöchiger pädagogischer Pop-up-Bauspielplatz dieser Art im nördlichsten Bundesland bislang einmalig.

„Jetzt hoffen wir auf gutes Wetter und freuen uns auf viele kleine Entdecker, Abenteurer und Träumer“, verrät Marvin de Vries, Vorsitzender des Kinderhilfswerk Quickborn e. V. und Mitorganisator. Sein konkreter Wunsch: „Wir würden uns freuen, wenn unser Projekt, die pädagogische Arbeit dahinter und der ehrenamtliche Einsatz nicht unentdeckt bleiben. Am schönsten wäre es, wenn wir auch andere Vereine, gemeinnützige Organisationen oder Kommunen mit unserem Enthusiasmus anstecken können und es irgendwann überall im Land vergleichbare Angebote für Kinder gibt.“

Wer mehr über die Idee hinter dem Pop-up-Bauspielplatz erfahren möchte, findet weiterführende Einblicke in der neuesten Folge des städtischen Podcasts „Quick.talk – Gesichter und Geschichten aus Quickborn“. Zu Gast ist Marvin de Vries, Vorsitzender des Kinderhilfswerks Quickborn e. V. Gemeinsam mit Moderator Thomas Spitzkofski spricht er ausführlich über die Entstehung des Projekts, die pädagogischen Ziele, das große ehrenamtliche Engagement sowie die Vision, den ersten Pop-up-Bauspielplatz Schleswig-Holsteins in Quickborn zu einem Vorbild für weitere Projekte im Land werden zu lassen. Der Podcast ist auf Spotify sowie auf dem YouTube-Kanal der Stadt Quickborn verfügbar.

Quickborn, 30.06.2026


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