Ev. Luth. Marienkirche und Friedhöfe


Ev. Luth. Marienkirche und Friedhöfe

Marienkirche Quickborn

Marienkirche

Am 31. August 1809 wird die klassizistische Marienkirche, Nachfolgerin einer Fachwerkkirche aus dem Jahr 1589, geweiht. Sie ist der erste Sakralbau des dänischen Hofbaumeisters Christian Frederik Hansen (1756 – 1845).

Während seiner Tätigkeit in Altona baut Hansen u. a. mehrere Landhäuser an der Elbchaussee und Wohnhäuser an der Palmaille.

Nach Hansens Entwürfen werden weitere vier Kirchen in SH und fünf in Dänemark errichtet, darunter die Schlosskirche und der Dom in Kopenhagen.

Der neo-romanische Turm der Marienkirche wird erst 1863 angebaut; zum 100. Geburtstag 1909 wird die Kirche elektrifiziert. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten vor dem 200. Geburtstag haben das originale Aussehen der Kirche weitgehend wiederhergestellt.

1968 wird die Marienkirche unter Denkmalschutz gestellt.


Friedhöfe in Quickborn

In Quickborn gibt es drei Begräbnisstätten:

Den Kirchhof östlich der Marienkirche, den Neuen Friedhof (Nordfriedhof) hinter dem Eichenhof an der Ellerauer Straße und den Heidefriedhof.

Trauerfeiern fanden ursprünglich nur in der Kirche statt, und der Sarg mit dem Verstorbenen wurde durch die Westtür in die Kirche und durch die Nordtür aus der Kirche und auf den „Gottesacker“ hinausgetragen.

Auf dem Kirchhof befinden sich mehrere Ehrenmale. Vor der Kirche steht die 1896 vom Kampfgenossenverein errichtete Stele zur Erinnerung an die im Krieg 1870/71 Gefallenen. Die Tafel mit den Namen war bereits 1982 verschollen; die beiden Medaillons zeigen die Portraits von Kaiser Wilhelm I. und Kaiser Friedrich II. Im rückwärtigen Teil des Kirchhofs sind noch die Reste des Ehrenmals für die Gefallenen von 1914 – 1920 zu sehen. Davor steht der Gedenkstein für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege.



1871 wird der Neue Friedhof, der Nordfriedhof, angelegt, nachdem sich mit der gestiegenen Einwohnerzahl auch die Zahl der Toten erhöht hatte. Bereits 1892 muss dieser Friedhof nach Osten erweitert werden, 1907 nach Norden. Auf dem Nordfriedhof findet man das Denkmal für die Opfer der Explosionskatastrophe am 10. Februar 1917 in Quickborn-Heide, der bislang größten in Deutschland. Daneben sind 15 Gedenkplatten für die russischen Kriegsgefangenen verlegt, die in Quickborn gestorben sind. Seit 1995 erinnert ein von Ingo Wanke geschaffenes Mahnmal an die Kriegsgefangenen und die Zwangsarbeiter, die während der NS-Zeit in Quickborn den Tod fanden.

Nach der Bombardierung Hamburgs 1943 und nach Kriegsende, als viele Vertriebene und Flüchtlinge auch nach Quickborn kommen, steigt die Bevölkerungszahl Quickborns rasant an, sie verdoppelt sich: von 4.138 in 1939, 7.303 in 1946 auf 8.097 in 1950.

Daher wird 1946 der Heidefriedhof am Harksheider Weg angelegt; am 05.11.1946 findet dort die erste Beisetzung statt. Zeitzeugen berichteten, daß es sehr kalt und zugig auf dem kahlen Gelände gewesen sei.

Erst 1950 kann eine Notkapelle auf dem Heidefriedhof errichtet werden, und es dauert 22 Jahre, ehe am 08.07.1972 die Friedhofskapelle eingeweiht werden kann. Sie wird 1982 zum ersten Mal erweitert; 2005 erhält sie ihre derzeitige Gestalt. Die Friedhofskapelle steht für alle Trauerfeiern zur Verfügung, unabhängig von der Konfession.

2006 wird auf dem Heidefriedhof ein Gedenkstein für still geborene Kinder geweiht.